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#buchpassion

Heute beginnt die Aktion #buchpassion von Kapri-ziös – das heißt, in den nächsten Tagen werdet ihr reichlich Beiträge von Autoren, Bloggern und Verlagen finden, die sich „zum Buch bekennen“. Ich möchte mich nicht nur zum Buch bekennen, sondern auch zu einem ganz bestimmten Genre: der Frauenunterhaltung.

Ich muss gestehen, dass ich unheimlich gerne Buchrezensionen lese. Manchmal surfe ich im Internet regelrecht von einer Rezi zur nächsten. Wenn es um Liebesromane geht, steht da häufig: „leichte Unterhaltung für zwischendurch“ oder „nichts Neues, trotzdem nett“ oder „nicht anspruchsvoll, aber ganz witzig“. Das ist natürlich vollkommen in Ordnung. In gewisser Weise sehe ich das sogar ähnlich. Mir ist schon klar, dass Sophie Kinsellas „Shopaholic“ und Hermann Hesses „Steppenwolf“ nicht viel gemeinsam haben. Aber für mich ist Frauenunterhaltung weitaus mehr als leichte Lektüre.

Für mich bedeutet sie eine Verbindung herzustellen. Letztendlich machen wir alle ähnliche Erfahrungen im Leben und könnten sie offen miteinander teilen. Doch das fällt uns schwer. Natürlich erzählen wir unseren Freunden von unseren Krisen, Liebeskummer, unserem furchtbaren Job oder dem letzten Familienkrach. Aber so vollkommen unzensiert ist selbst das nicht. Es gibt immer Gedanken und Gefühle, die wir für uns behalten. Vielleicht denken wir, dass einige von ihnen selbst unsere beste Freundin oder unser bester Freund nicht nachvollziehen könnte. Oder wir verstehen uns selbst nicht und können gar nicht in Worte fassen, was eigentlich los ist. Oder wir wollen unser Gegenüber nicht schon wieder mit demselben Thema belästigen! Frauenunterhaltung bedeutet für mich Solidarität. Indem unsere Protagonistinnen unsere Alltagssorgen und Schicksalsschläge durchleben, uns ihr Innenleben offenbaren, uns Zutritt zu ihren Gedankenwelten gewähren, sind wir miteinander verbunden. Romanheldinnen stehen mit uns den Herzschmerz durch, wir finden uns in ihnen wieder, fühlen uns bestätigt, aufgehoben oder abgelenkt von unseren eigenen Problemen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich ist es immer wieder wohltuend von jemandem zu lesen, der nicht perfekt ist, bei dem nicht alles rund läuft, kurzum: ein nicht gephotoshopter Mensch!

Bücher sind immer für uns da, wenn wir sie brauchen. Ihnen ist nichts zu viel oder zu wenig. Wenn ich einen Frauenroman schreibe, denke ich nicht: Mensch, jetzt schreib ich mal was vollkommen Belangloses! Stattdessen versuche ich eine Brücke aus Buchstaben zu bauen – von deinem Leben zu meinem. Dabei entstehen dann vollkommen neue und für mich wunderbare Geschichten, in denen es um uns geht, ohne dass sie von uns handeln. Ich hoffe, dass die ein oder andere es im Grunde ähnlich sieht und wir Romane unseres Genres nicht hinter Buchhüllen verstecken.

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